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Techniken der Logotherapie/Existenzanalyse

Anschließend an unseren Artikel zur Logotherapie/Existenzanalyse hier einige praktische Tipps.

Paradoxe Intention

Indikation: vor allem Zwangs- und Angststörungen; vegetative Syndrome. Der Patient lernt unter Anleitung des Arztes oder Therapeuten, Angst- und Zwangsgedanken durch Selbstdistanzierung und Ironisierung zu überwinden und dadurch den Kreislauf von Symptom und Symptomverstärkung zu unterbrechen.

Dereflexion

Indikation: u.a. Sexual- und Schlafstörungen, auch Angststörungen. Das übermäßige Beobachten an sich autonomer Vorgänge kann deren natürlichen Ablauf stören. Auch an sich schwache und natürliche Angst- oder Trauergefühle werden durch übersteigerte Aufmerksamkeit verstärkt, wodurch sie wiederum vermehrt Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Ziel der Dereflexion ist es, diesen neurotisierenden Teufelskreis zu durchbrechen, indem die übertriebene Aufmerksamkeit von einem Symptom bzw. einem natürlichen Vorgang abgezogen wird.

Einstellungsänderung (auch: Einstellungsmodulation)

Bestimmte Lebenshaltungen und -erwartungen können den Menschen so sehr von der Wirklichkeit und den Möglichkeiten seines Daseins entfremden, daß sie neurotische Störungen entweder verstärken oder durch wiederholte Fehlentscheidungen und Selbstprägung auslösen. Ziel ist es hier nicht, dem Patienten von außen eine andere Einstellung nahezulegen; vielmehr soll der Patient selbst dazu geführt werden, Einsicht in unrealistische oder lebensfeindliche Einstellungen zu gewinnen und neue Grundhaltungen zu entwickeln, auf deren Basis Leben gelingen kann.

Sokratischer Dialog

Der Sokratische Dialog ist eine Gesprächsmethode der LTEA. Durch gezieltes Fragen und Gegenfragen soll dem Patienten die ihm eigene Einsicht seiner Freiheiten und Gestaltungsmöglichkeiten bewußt gemacht werden. Im Sinne der von Sokrates konzipierten Weise handelt es sich hierbei um eine Art geistige Hebammenarbeit – wiederum gilt, dass der Prozess der Einsichtsfindung und der Inhalt der Einsicht nicht vom Therapeuten, sondern vom Patienten selbst ausgeht: „Sinn muß gefunden werden, kann nicht gegeben werden.“